Verschmiert

Eigene Auseinandersetzung mit dem Verb „verschmiert“.

Meine Fragestellung: Mit was kann man am besten „verschmiert“ darstellen?

Ich dachte da an meine morgige Küchenarbeit und im Geiste zog mich der Schwamm, den ich benutze um die Küchenablage sauber zu kriegen, ziemlich an. Die Dichotomie von rauer und weicher Seite, die Struktur und Spur die sich ergeben wenn sie über eine Oberfläche gleitet und von mir provozierten Druck, ergibt eine gewisse Spannung. Diese Wiederholung des „Wischens“ und dementsprechend auch „verwischen“ war ein interessanter Vorgang.

Den Prozess „Dreck machen“ anhand von Farben, und diese schichtweise zu bearbeiten mit der rauen Seite des Schwamms war mit einer Mischung aus Reiz und Ausreizung der Oberfläche verbunden.

Gedicht an das Untergründige

Untergründiges

In Einbruch der Nacht, so still liegtest du da

Der Mond beschien mit kaltem Lichte dein Rücken, dieser Zerfurchte.

Welch Weh du ertragen auf deinem kalten Bette,

welch hoffnungsvolle Erinnerungen du hortest.

Mit stillem Lächeln, des Allwissenden, oh Demütigster,

verstrickst du dich in seidenes Moos.

So lass mich nun in deine tiefe Seele blicken

und gewähre mir einen Moment lichten Vergessens.

von Désirée Wiesendanger